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"Um Gottes Willen?!"


"Um Gottes Willen?!" Vom irrlichternden Fehlverständnis zur inneren Freiheit

Vortrag am 28. März 2017 um 19.30 Uhr in der Liebfrauenkirche

„Dein Wille geschehe“ – das ist zweifellos eine religiöse Kernaussage, mit besonderem Klang in der Jesusüberlieferung. Gebetet wird diese Bitte in jedem „Vaterunser“. Aber was heißt das? „Aufklärung“, „Selbstbestimmung“ und „Humanismus“ haben jede Fremdbestimmung, sei es menschlicher oder göttlicher Art abgewehrt. Und wie oft wurde gerade der „Wille Gottes“ missverstanden. „Gott will es“, als militante Parole in Kreuzzügen bis bei gegenwärtigen religiösen Fanatikern, macht berechtigt skeptisch.
Wo jedenfalls christlich zutreffend vom Willen Gottes gesprochen wird, da geht es um die Lebendigkeit des Menschen selbst, um sein Glück. „Gottes Wille ist eure Heiligung“ steht im ältesten Text des Neuen Testamentes (1 Thessalonicher 4,3). Das ist Beziehungssprache, das meint reines Wohlwollen. Liebe besagt im Kern: „Ich will nicht dies und das, ich will dich, dein Glück und Wohlergehen.“ Das kann durchaus einen hochdramatischen „Dialog zweier Freiheiten“ einschließen, ein Ringen und Reifen zwischen „Widerstand und Ergebung“. Reife Liebe und Glaube führt zu Hingabe aus Freiheit und in Freiheit. Wie sich ein Künstler an eine Vision verschwendet, so öffnet der Glaubende sein tiefstes Herz, um dem Frieden, der Gott selber ist, Raum zu geben. Der milde Papst Johannes XXIII. wählte für sich den Leitspruch: „Gottes Wille ist unser Friede“ (Johannes XXIII). Wie finde ich auf diesen Weg?

Prof. P. Dr. Ludger Ägidius Schulte ist Kapuziner und Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Münster/Westf.
 

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